Microsoft und SAP haben auf der SAP Sapphire 2026 eine Reihe neuer Integrationen und KI-Funktionen für SAP-Workloads auf Azure angekündigt. Im Mittelpunkt steht die Verzahnung von Azure AI-Diensten mit SAP-Kernanwendungen – mit dem Ziel, Unternehmen bei der Automatisierung von Geschäftsprozessen und der KI-gestützten Entscheidungsfindung zu unterstützen. Für Organisationen, die SAP bereits auf Azure betreiben oder eine Migration planen, lohnt ein genauer Blick auf die neuen Möglichkeiten.

In meinen Azure-Kursen taucht die Frage nach SAP-Workloads auf Azure regelmäßig auf – und zwar nicht nur im Kontext von Lift-and-Shift-Migrationen, sondern zunehmend im Zusammenhang mit KI-Erweiterungen bestehender SAP-Landschaften. Die Ankündigungen von der SAP Sapphire 2026 gehen genau in diese Richtung.

Was ist neu?

Microsoft und SAP vertiefen ihre Partnerschaft in mehreren Bereichen:

Bereich Beschreibung
Azure OpenAI + SAP Tiefere Integration von Azure OpenAI Service in SAP-Anwendungen für generative KI-Szenarien in Geschäftsprozessen
Microsoft Copilot + SAP Erweiterung von Microsoft 365 Copilot um SAP-Datenquellen – Zugriff auf SAP-Daten direkt aus Teams, Outlook und weiteren M365-Apps
SAP Business Data Cloud auf Azure Engere Anbindung von SAP Datasphere und SAP Analytics Cloud an Azure-Datendienste für unternehmensweite Datenintegration
RISE with SAP auf Azure Weiterentwicklung des gemeinsamen Migrationspfads für SAP S/4HANA Cloud über das RISE-Programm auf Azure-Infrastruktur

Merksatz: Die Partnerschaft zwischen Microsoft und SAP ist keine reine Infrastruktur-Kooperation mehr – sie entwickelt sich zu einer gemeinsamen KI-Plattformstrategie auf Azure.

Was bedeutet das für Azure-Admins und Architekten?

Folgendes Problem aus der Praxis: Viele Unternehmen betreiben SAP bereits auf Azure, nutzen aber Azure-native KI-Dienste wie Azure OpenAI Service oder Azure AI Foundry (früher Azure ML Studio) bislang kaum im SAP-Kontext. Genau hier setzen die neuen Integrationen an.

Konkret heißt das für Architekten und Admins:

  • Wer RISE with SAP auf Azure plant oder bereits durchführt, sollte die neuen KI-Integrationspfade von Anfang an in die Zielarchitektur einbeziehen.
  • Die Anbindung von SAP-Datenquellen an Microsoft 365 Copilot setzt sauber konfigurierte Microsoft Entra ID-Berechtigungen und Daten-Governance voraus – unterschätzen Sie den Aufwand dort nicht.
  • SAP Datasphere auf Azure als zentrales Daten-Hub erfordert eine abgestimmte Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur, insbesondere wenn Private Endpoints (private Verbindungsendpunkte) zum Einsatz kommen.

Ich hatte mich in diesem Zusammenhang bereits intensiv mit der Frage beschäftigt, wie SAP-Landschaften auf Azure sinnvoll in eine übergreifende Landing Zone (strukturierte Azure-Grundarchitektur) eingebettet werden. Diese Frage wird durch die neuen Copilot- und KI-Integrationen noch dringlicher – denn ohne solides Fundament lassen sich die neuen Funktionen nicht sicher betreiben.

Praxistipp: Prüfen Sie vor dem Einsatz von Azure OpenAI im SAP-Kontext, ob Ihre bestehenden SAP-Berechtigungskonzepte (Rollen, Autorisierungsobjekte) mit dem Azure RBAC-Modell (rollenbasierte Zugriffskontrolle) harmonieren. Hier entstehen sonst schnell Lücken in der Zugriffskontrolle.

Wenn Sie tiefer in Azure-Architekturen für SAP und KI-Workloads einsteigen möchten, finden Sie passende Inhalte in meinen Azure-Kursen. Die vollständigen Ankündigungen von der SAP Sapphire 2026 lesen Sie in der Originalankündigung bei Azure Blog.

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